Zunächst möchte ich sagen, dass abgesehen davon, dass ich kein Angebot bekam, die Erfahrung einer Bewerbung bei Google positiv für mich war.
Meine Gesprächspartner am Telefon waren, soweit es ihnen möglich war, freundlich und hilfsbereit, und ich konnte hören, dass sie bemüht waren, dass ich mich möglichst wohl fühle.
Nun zum Interviewprozess selbst.
Ich bewarb mich online für mehrere Absolventenstellen als Software-Engineer und eine Personalvermittlerin aus München kontaktierte mich. Ich durchlief dann ein Telefonscreening mit ihr, währenddessen sie mich einfach testete, ob ich überhaupt etwas über das Programmieren wusste, und das ging natürlich gut.
Dann wurde das erste Telefoninterview für ein paar Wochen später festgesetzt. Ich sprach mit einem Techniker in Zürich und er stellte mir ein paar theoretische Fragen zu Java, nachdem ich den Großteil davon richtig beantwortet hatte, stellte er mir die Aufgabe zum Codieren: Er teilte ein Google-Doc und forderte mich auf, eine Aufgabe zu lösen.
Die Aufgabe war ziemlich unkompliziert, aber wir hatten ein paar Probleme dabei, die von ihm gewünschten Details zu kommunizieren, sodass ich sehr viel Zeit benötigte (im Verhältnis zum Schwierigkeitsgrad der Aufgabe selbst).
Eine Woche später jedoch wurde mir mitgeteilt, dass ich bestanden hatte und dass es für mich mit einem zweiten Telefoninterview weitergehen werde.
Diesmal sprach ich mit einem Techniker in Dublin, und nach den Standard-Java- und Netzwerkfragen wurde ich aufgefordert, eine Aufgabe in Java zu lösen, was ich tat, und dann wurde mir noch eine weitere Aufgabe gestellt.
Es war eine Stringmanipulationsaufgabe: Gegeben ist ein String, gesucht ist das minimale Fenster, das eine gegebene Anzahl von Zeichen enthält.
Ich versuchte, sie zu lösen, hatte ein derartige Aufgabe aber nie zuvor gesehen, und da ich sehr nervös war, kam ich buchstäblich auf keine bessere Lösung als das unbedarfte O(n^2)....Ich wusste, dass es ein O(n) gab, aber es fiel mir einfach nicht eint....daher tat ich schließlich gar nichts. Klassischer Fehler.
Jedoch der Interviewer versuchte so gut wie möglich, mir zu helfen, locker zu bleiben... alles in allem war er sehr nett!
Allerdings wurde mir nach einer Woche mitgeteilt, dass ich das Interview nicht bestanden hatte, was nicht überraschend ist.